32C3

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Jan
03

32C3 – 32. Chaos Communication Congress

„The 32nd Chaos Communication Congress is an annual four-day conference on technology, society and utopia.“
– 32C3 Wiki

Mag sein, dass du dich gerade fragst was ein Artikel über einen Congress, der nichts mit Games direkt zu tun hat, hier auf der „Mysterious Monkey“-Seite verloren hat. Natürlich wird auf dem Congress gezockt, aber es ist eher eine kleine nebenbei stattfindende Tätigkeit. (Lässt man mein stundenlanges „Dance Dance Revolution“ Spielen mal außer Acht.)
Doch ich denke – oder hoffe! – wir haben hier auch viele Nerds, Technikfans und informationsbegeisterte Menschen unter uns.
Und denen möchte ich meine Erlebnisse von einem der größten Community-Events nicht vorenthalten!

Tag 0 – 26.12.16, Samstag

In der Presse sowie auf der Veranstaltung selbst als „Hacker-Congress“ betitelt, bekam ich dieses Jahr die Gelegenheit das Event selbst mitzuerleben. Mit 90L-Backpacker-Rucksack ging es also los ins ferne Hamburg, fort aus dem heimeligen Bayernland.
Nach gut 6h im ICE, Gepäck ins Hotel und direkt los aufs Messegelände. Vier Tage in eine andere Welt.
Eine Welt voller Technik, friedlicher Menschen, faszinierenden Dingen, Club Mate und langen Nächten – das Paradies! Nähert man sich dem „CCH“-Gebäude mit direkt angeschlossenen 5-Sterne-Hotel, glaubt man kaum, dass es hier normalerweise ganz anders aussieht. Vor dem Gebäude steht das Markenzeichen des Chaos Communication Congress- eine riesige, glänzend lackierte, beleuchtete Rakete. Die an dem Gebäude prangenden Buchstaben „CCH“ werden noch am selben Tag (wie mir mitgeteilt wurde traditionsgemäß) in „CCC“ verbessert. Da wir uns einen Tag zu früh, also vor dem offiziellen CCC-Beginn auf dem Gelände wiederfinden, sind noch einige Aufbauten im Gange. Einige davon werden noch bis in die frühen Morgenstunden andauern.
Doch die Zeit geht hier sowieso allgemein etwas anders.
Sie passt sich dem Hacker-Rhytmus an.

Tag 1 bis 4 – Sonntag bis Mittwoch

Wie jedes Jahr, startet das CCC mit dem „Opening-Event“. Das Thema des diesjährigen Congress ist „Gated Communities“. Rückblickend auf das Jahr 2015 mit der „Flüchtlingskrise“ natürlich alles andere als zufällig gewählt. Der Saal der 3000 Leute fasst ist randvoll. Nach den kommenden 4 Tagen werden insgesamt 12.000 Besucher die Hallen des Gebäudes betreten haben. Sie werden in 4 unterschiedlich großen Säälen parallel laufende Talks besucht haben, gehalten von mindestens 42 Menschen. Die ersten Vorträge starten morgens gegen 11:30 und enden für gewöhnlich um 23:00 Uhr. Einige eher der Belustigung gewidmete Talks gehen auch bis 02:00 Uhr. Und all das ist nur möglich, weil fast 4.000 freiwillige Helfer, sogenannte „Angels“ oder „Engel“ das CCC am laufen halten. Es gibt Engel die Kameras bedienen, Engel die Türen bewachen, Engel die Versorgung liefern. Es gibt Engel für Alles, was auf einem Congress diesen Ausmaßes anfällt. Und all das unbezahlt.

Doch die Talks sind natürlich nicht das Einzige, was das CCC bietet. Für manch einen sind sie vermutlich sogar der
uninteressanteste Teil. In labyrinthartigen Hallen die sich über 5 Stockwerke ziehen findet man alles was das Nerd-Herz begehrt.
Man findet Lehrgänge, Workshops, geplante und ungeplante Events diverser Leute.
Leute stellen ihre eigenen Projekte vor, setzen vor Ort neue Projekte um, bringen Anderen bei Ihre Projekte umzusetzen.
Die Hallen leuchten im Schein unzählbarer Mengen LED’s, Kabel umschlingen die Böden und Wände wie Ranken.
Gefühlt jedes leere Fleckchen beherrbergt erstaunliche Technik.
Ob nun eine mehrere Meter große animierte Leuchtwand aus Club-Mate Kästen, oder das schon zum Inventar gehörende Rohrpostsystem welches die kommenden Tage unzählige Nachrichten verschicken wird.
Menschen besticken gegen Spende Kleidung, andere bedienen einen umgebauten Laser und gravieren Handyrückseiten.
All das aus privater Hand. Frägt man jemandem nach seinem „Mitbringsel“ wird einem begeistert davon berichtet.

In den Gängen und Räumen stehen regelmäßig sogenannte „Bottle-Drop-Stations“ um die leer getrunkenen Mate Flaschen zu entsorgen. Es ist grandios, wie solch ein pfandloses System funktioniert, und ich wünsche mir das täte es auch im Alltag. Zwischen all der Elektronik gibt es auch „Chill-Areas“ aus Sofas, kuscheligem Kram und natürlich Tischen für die Laptops. Laptops sind hier allgegenwärtig, und auch mit Cocktail in der Hand kann noch programmiert werden.

Eine schöne Situation die mir im Gedächntis blieb, fand Abends in einer dieser Sofalandschaften statt.
Mühsam schleppte sich ein stark minimalistischer Roboter über den Boden, der Erschaffer scheinbar nicht vor Ort.
Ich saß selbst mit Cocktail auf dem Sofa, programmierte, und beobachtete den Roboter.
Nach kurzer Zeit drehten wir den Roboter, der falsch herum wirkte, um und er kroch weiter langsam über die Area voller Leute.
Die vorbeigehenden Menschen achteten alle darauf dem Roboter auszuweichen, oder testeten neugierig mit Ihren Füßen die Sensorik der kleinen Maschine.
Ich fand es beeindruckend, wie normal es sich angefühlt hat auf einem Sofa in Bar-Atmosphäre zu sitzen. Umgeben von vielen Leuten zu programmieren.
Und in all dieser Zusammenkunft von Menschen die sich scheinbar mit sich selbst beschäftigen, ein selbst gebauter Roboter, den alle unbehelligt
dahinziehen lassen.

In den Talks wird fleißig „defragmentiert“, die Sääle sind regelmäßig komplett voll. Die Sprecher werden live in Textform übersetzt, einsehbar über Link oder per Bildschirm in den Hallen. In einigen Talks kann man direkt im Vortrag per Congress-Telefon (spezielle Sim-Karten mit eigenen Nummern für den 32C3) eine Übersetzung aus oder ins Englische anhören. An dieser Stelle sei vielleicht erwähnt, das 32c3 hatte ein eigenes (W-)Lan Netzwerk sowie DECT– und GSM-Netz.

Meinen letzten Abend am 32c3 habe ich übrigends mit viel Elektro-Musik in der „Party-Area“ verbracht. Ein spezieller Bereich für 18+ in Goa-Manier, der wie vieles Andere auch gezeigt hat, das wir Nerds doch wissen wie man Party macht!

Wenn ihr noch mehr Infos zum 32c3 wollt, oder euch bestimmte Themen interessieren, scheut euch nicht davor im eigenen Wiki reinzuschauen!

Besonders interessante Talks

Ob und welche Talks interessant sind, ist natürlich immer Geschmackssache. Jedoch hab ich einige – für mich herausstechende – Talks zusammengefasst.

Alle Talks findet ihr auf der Media-Seite

Perl Jam Vol 2.

Ein großartiger Vorträger, viel Humor, Kamel-Memes (!) und pure Antipathie für die Programmiersprache Perl.
Für mich der beste Talk am 32C3.

Fefe

Fefe. Wer kennt ihn nicht? Bzw seinen Blog.
Was Fefe so tut? Schaut es euch selbst an! Auf jeden Fall hat er zwei super interessante Talks gehalten, bzw darin mitgewirkt.
Einer davon war zum Thema „Security“ und der Andere ein sehr spaßiger Jahresrückblick inklusive Terror-Bingo.

Grundrechte gelten nicht im Weltall!

Ich habe so gelacht! Die meisten (auch politisch Desinteressieten) sollten ja mitbekommen haben was es mit dem NSA-Untersuchungsausschuss auf sich hat. Dieser Talk fasst die seltsamsten, absurdesten und witzigsten Momente des Ausschusses (dank Mitschrieb von netzpolitik.org ) zusammen. Danach ist man sich nicht mehr sicher, ob man sich nicht doch gerade in der Grundschulveranstaltung „Wer hat Susi an den Haaren gezogen“ befindet.

How hackers grind an MMORPG: by taking it apart!

Ja ein Talk mit Gaming-Bezug! Auf der Bühne steht hier ein jung wirkender Kerl, vermutlich um die Mitte 20. Er erzählt wie er zwei Jahre lang in seiner Freizeit, das Netzwerk-Protokol des Spiels „Runes of Magic“ reversed hat. Mit sehr viel Hingabe, Begeisterung und Redetalent definitiv sehenswert.

Nach bestem Wissen und Gewissen – Floskeln aus der Politik

Anhand von Videoausschnitten und Zitaten, erklären die Sprecher die sprachlichen Fauxpas unserer Politiker (Mutti als Meisterin der Neologismen inbegriffen). Danach kennst auch du die neusten Sprüche-Trends unserer Politiker!

Keynote

Kein direkter „Talk“, sondern mehr ein einleitender Vortrag der nach dem Opening Event folgt. Verdient jedoch auch definiv Beachtung, da er passend zum Jahr 2015 von einer ehemaligen „Flüchtigen“, pardon „Newcomerin“, gehalten wird. Sie macht auf lustige, freundliche Art und vor allem frei Schnauze darauf aufmerksam, wie die Seite der Menschen in der „Flüchtlingswelle“ eigentlich aussieht.

Großer Gau des diesjährigen Events…

… soll übrigends der Talk „Shopshifting“ gewesen sein. Es geht darin um die schönen Payment-Systeme die wir in den Geschäften stehen haben. Und wie leicht die zu hacken sind. Ich hab ihn leider selbst vor Ort verpasst, werde ihn aber definitiv noch anschauen.

Fotos vom Event

Klicke auf das jeweilige Bild für eine größere Darstellung!

Die Rakete. Man nehme mich als Maßstab ;)

Die Rakete. (Und ich)

Komme, wer kommen mag!

Komme, wer kommen mag!

Teil eines Tunnels.

Teil eines Tunnels.

Die Congress-Halle von Außen.

Die Congress-Halle von Außen.

Der Freifunk durfte natürlich nicht fehlen!

Der Freifunk durfte natürlich nicht fehlen!

Random Hütte in einer Halle.

Random Hütte in einer Halle.

Decke einer Chill-Area.

Decke einer Chill-Area.

Gemütlichkeit.

Gemütlichkeit

Nebengang.

Nebengang

Treppenhaus.

Treppenhaus

Anspielung zur fortschreitenden Überwachungs. Funktionierender Iris-Scanner inklusive.

Anspielung zur fortschreitenden Überwachung.

Ebenfalls ein Bild der "Überwachungs-Bar" der Moderne.

Ebenfalls ein Bild der „Überwachungs-Bar“.

Bar der überwachten Future-Kneipe.

Bar der überwachten Future-Kneipe.

32c3

32c3

Lustiges Bild aus einem Vortrag zum NSA-Untersuchungsausschuss.

Lustiges Bild aus einem Vortrag zum NSA-UA.

Goa-Elektro-Party-Bereich.

Goa-Elektro-Party-Bereich.

"The cake is a lie"

„The cake is a lie“.

Die Jubelbox! Jubelt bei richtiger Antwort.

Die Jubelbox!

Mit Bier im Kinder-Bälle-Bad.

Mit Bier im Kinder-Bälle-Bad.

Club-Mate-Rum-Slushy!

Club-Mate-Rum-Slushy!

Ich hab da mal löten gelernt...

Ich hab da mal löten gelernt…

Laser-gecuttete Box.

Laser-gecuttete Box.

Tardis.

Tardis.

Get all the points.

Get all the points.

Größte Halle des CCC.

Größte Halle des CCC.

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